Datum 17.03.2021 10-18h
IKL, Karl-Schweighofer-Gasse 3, 1070 Wien
Die Ausstellung ZORRA HISTÉRICA umfasst eine Stop-Motion-Animation, eine Video- und Soundcollage sowie eine Fotoserie. Die drei Arbeiten befassen sich mit matriarchalen Zukunftsvisionen, dem Female Gaze, Self Care, Solidarität, der Repräsentation von Rollenbildern sowie Angst und Depression.
Sarah Fichtinger
arbeitet mit Illustration, Fotografie, Video sowie textilen Gestaltungsformen. Sie beschäftigt sich mit Themen wie Feminismus, Geschlechtsidentitäten, Körpernormen und Mental Health. Nachdem sie in Ohio, Ecuador und Kolumbien gelebt hat, ist sie jetzt wieder in Wien zuhause, wo sie Künstlerisches Lehramt an der Akademie studiert.
MY DIVINE WET DREAM, 2021
Musik: Krudas Cubensi
Der Animationsfilm My Divine Wet Dream stellt eine matriarchale Zukunft vor, in der alle Seelen frei von Diskriminierung, Ausbeutung bzw. Kapitalismus, Umweltverschmutzung sowie Schönheitsnormen und Körpertabus glücklich und zufrieden miteinander im Einklang leben.
Fühlst du das auch?
Zwei Video- und Audio-Collagen mit Begleittexten, die gesellschaftlich abgedrängte Probleme psychischer Gesundheit zum Thema machen.
Laut WHO erleben ca. 25% der europäischen Bevölkerung in einem Jahr Depressions- oder Angstzustände. Über 50% der schweren Depressionen werden nicht behandelt. Wen wundert’s? Psychische Probleme und Erkrankungen werden in unserer Gesellschaft stigmatisiert: Zu schwach. Zu labil. Nicht zurechnungsfähig. Hysterisch. Einfach irre.
Weil jeder Mensch auf solche Zuschreibungen gerne verzichtet, spielt sich der Kampf mit Depression, Anxiety und/oder anderen psychischen Erkrankungen meist hinter verschlossenen Türen, hinter „danke-mir-geht’s-gut“-Masken ab. … Alleine.
Dabei ist es gerade das nicht alleine Sein, das oft hilft. Zu wissen, dass man den Kampf nicht alleine austrägt, dass es Menschen gibt, die im selben Loch feststecken, indem sie sich irgendwo verloren haben. Dass es Menschen gibt, die verstehen, die dasselbe fühlen und vor allem, dass es Menschen gibt, die einen Weg aus diesem Loch heraus gefunden haben. Die ihre Ruhe und sich selbst wieder gefunden haben. Ihre Begeisterung. Ihr Lachen. Ihren Atem. Ihr Licht.
Das Projekt Fühlst du das auch? gibt diesen tabuisierten Themen Raum –
Raum zum Dasein.
Raum zum Erzählen.
Raum zum Verstehen.
Gemeinsam.
Panik, 2020
Sound: Mladen Juresic
Umso mehr du dagegen ankämpfst
Desto mehr nimmt es ein
Und verdrängt dabei
Alles, was da ist
Was da
War
Distanz, 2020
Alles Vertraute fühlt sich distanziert an
Der Körper – eine Hülle
Die Stimmen – ein Laut
Die Gesichter – eine Fassade
Ich beobachte alles durch eine Trennwand – zwischen der Welt und mir
Ich fühle – ins Vakuum